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Handlung:

Ein neuer Anfang – so glaubt Julie das Geschehene vergessen zu können. Doch Jahre später holt sie die Vergangenheit in Form des Krieges zwischen der Föderation und dem Dominion wieder ein und sie muß sich erneut ihrer Identität und der gescheiterten Beziehung zu ihrem Vater Spock stellen. Am Ende droht nicht nur der Verlust ihrer Sternenflottenkarriere, sondern auch ihres Verstandes.
Auf Vulkan versucht sie hinter die Gründe für ihre Krankheit zu kommen, um ein Heilmittel zu finden. Aber es scheint nur einer Person zu geben, die ihr helfen könnte: Spocks Vater Sarek. Doch der ist schon seit Jahren tot…

T’Cai II – Die Rückkehr; 343 Seiten mit Illustrationen

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Kommentar zur E-Book-Fassung

Ganze 6 Jahre nach T’Cai begann ich mit einer Fortsetzung. Inzwischen war ich zu einem großen Fan der Star Trek Serie „Deep Space Nine“ geworden und wollte diese unbedingt in die Handlung einbringen. Da ich gern zeichne, habe ich das Buch zudem selbst illustriert.

 

Textauszug aus T’Cai II – Die Rückkehr Buch 1 „Das Urteil“:

Zeit war schon etwas Ungewöhnliches. Sie entzog sich jeglicher Kontrolle. Manipula­tionen, wie aufhalten oder beschleunigen, waren ebenso fruchtlos wie unnütz. Zeit schien ein unendlicher Fluß. Sie floß schon seit Jahr­milliarden dahin, ohne dass sie jemand oder etwas aufhalten konnte. Zeit konnte glücklich machen, aber auch grausam sein. Sie bestimmte über Leben und Tod, Momente des Zusammenfindens und Momente der Trennung. Doch unbeein­druckt davon floß sie weiter dahin, in einem konstanten Strom.
Wie viel Zeit war vergangen, seit sie hier war? Tage, Wochen oder Monate? Es fiel ihr schwer, ihre Gedanken zusammenzuraffen, sich zu konzentrieren. Seit Tagen flossen sie ständig fort, entzogen sich bewusst ihrer Kontrolle. Der Zu­stand zwischen Wachen und Schlafen verschlang sie jeden Tag ein wenig mehr. Die Zwischenwelt war so verlockend. Hier spürte sie den Hunger, die Kälte und die Einsamkeit weniger. Hier war es hell, voller Bilder und Gedanken, die so frei waren wie nie zuvor. Niemals zuvor konnte sie ihre Gedanken so spielen lassen, daß sie sich ver­selbständigten und in bisher unerreichbare Welten ihres Selbst drangen.
Sie wünschte sich so zu sterben, einfach von ihrer Reise in die Traumwelt nicht mehr zurückzukehren. Doch ihr Körper gab einfach nicht auf.
Sie öffnete müde die Augen. Es war dunkel, nur das schwache Licht der Sterne, das durch die Luke drang, schaffte so etwas wie Helligkeit. Trotzdem konnte sie in der Kapsel kaum mehr als ein paar Konturen ausmachen.
Ein Schauer überfiel sie. Daraufhin rollte sie sich noch enger in der wärmenden Decke zusammen. Nachdem in der letzten Zeit die Heizung ausgefallen war, war es noch unangenehmer in der Fluchtkapsel geworden. Wenigstens funktionierte die Sauerstoffaufbereitung noch, was sie nicht zuletzt ihrem technischen Verstand verdankte. Aber in der Zwischenzeit war sie sich nicht sicher, ob es eine gute Idee gewesen war, das System zu optimieren. Sie bezweifelte, dass erfrieren und verhungern ein schönerer Tod war, als zu ersticken. Vielleicht wäre es sogar besser gewesen, der fehlgeleitete Phaserschuss hätte die Rettungskapsel ganz getroffen und nicht nur Antrieb und Kom-Einheit beschädigt – Sicher ein Grund dafür, dass man sie nicht gefunden hatte. Es gab so viele Trümmer nach der Schlacht von Wolf 359, so dass eine beschädigte Rettungs­kapsel nicht sonderlich auffiel.
Sie erinnerte sich an die vielen Stunden, in denen sie gehofft hatte, endlich entdeckt und geborgen zu werden. Aber nach und nach hatte sich diese Hoffnung zerstreut.
Wenn der Antrieb zu reparieren gewesen wäre, hätte sie es sicher bis zum nächstgelegenen Planeten geschafft, aber so trieb sie ab und verlor sich in den Weiten des Alls.
Der einzige Schwachpunkt in all der Zeit war die Einsamkeit. In den ersten Tagen hatte sie sie noch als tröstend empfunden, doch später war es zur Belastung geworden. Irgendwann dann unerträglich, aber nun war sie zu schwach, zu teilnahmslos, als dass es noch etwas gab, dass sie irgendwie berührte.
Sie schloss die Augen und lächelte. Was für ein Schicksal – sie würde dort sterben, wo sie sich am meisten zu Hause fühlte – im All.
Wärme durchflutete sie. Die vulkanische Wüste tat sich wie ein Garten der Trostlosigkeit vor ihr auf. Sie entdeckte zwei Gestalten am Horizont. Als sie wie im Flug näher kam, erkannte sie Iru-aiya. Das schwarze Pferd schickte ein Wiehern über die weite Ebene. Ein junger Mann stand daneben und streckte ihr die Hände entgegen. – Saduk? War das tatsächlich der vulkanisch-romulanische Außenseiter, den sie geliebt hatte und der durch ihre Waffe gestorben war. Es lag ein verzeihender Ausdruck auf seinem Gesicht. Sie berührte ihn, versuchte sich so seiner Realität zu versichern. Sie spürte das Verlangen loszulassen und in seine Arme zu sinken…Es war so einfach…so einfach…
Etwas vibrierte, schüttelte sie. Ein vulkanisches Beben? Sie sah zurück und erkannte das Innere der Fluchtkapsel. Helles weißes Licht strahlte durch die Luke. Nein! Saduk! Schnell wandte sie sich um, wollte beenden, was sie begonnen hatte, doch er war weg. Selbst die vulkanische Wüste schien sich unter ihren Füßen in die dunklen Um­risse der Kapsel zu verwandeln. Sie begann zu schreien: „Komm zurück, komm zurück!“ Doch sie war sich nicht sicher, ob jemand sie hörte…

 

Textauszug aus T’Cai II – Die Rückkehr Buch 2 „Seelenfindung“:

Sarek packte ein Gefühl aus Mitleid und Zorn. Wie konnte sich sein Sohn so unbeherrscht benehmen?! Wie konnte er vergessen, dass er Vulkanier war?! Doch am meisten ärgerte es ihn, dass er aufgrund des Verhaltens seines Sohnes ebenfalls nahe daran war, seine Selbstbeherrschung zu verlieren. Es reichte ihm, er musste dem jetzt ein Ende setzen. Schnell trat er auf seinen Sohn zu, umfasste mit den Händen dessen Oberarme und zog ihn mit Wucht auf die Füße. Doch sein Sohn leistete Widerstand, versuchte aus der Umklammerung zu entkommen. Trotz des geschwächten Zustands von Spock kostete es dem alten Vulkanier sehr viel Mühe, sich den Kräften seines Sohnes zu widersetzen. „Reiß dich zusammen Spock!“ warnte Sarek laut. Aber Spock gab nicht auf. Er schrie, weinte und unternahm große Anstrengungen, um aus den Fängen seines Vaters freizukommen.
Das Folgende fiel Sarek so schwer, wie nie zuvor etwas in seinem Leben, und es berührte sein Innerstes zutiefst. Doch es schien in jenem Augenblick das einzige zu sein, was seinen Sohn zur Vernunft und in die Realität zurückbringen konnte. Er zog ihn nah an sich heran, legte die gesamte Kraft in seine Arme und stieß seinen Sohn von sich weg, ohne ihn loszulassen. Spocks Körper prallte rücklings gegen die Wand. Der harte Aufprall preßte mit dumpfen Schlag die Luft aus den Lungen des Jüngeren, so dass dessen Schreie abrupt verstummten. „Spock!“ Es war nicht mal Sarek klar, wie sehr seine Stimme zitterte, als er den Namen seines Sohnes nannte. Spocks Augen schienen klarer zu werden und seine Bewegungen waren erschlafft. Ganz plötzlich war es sehr still im Raum geworden. Nur das leise Keuchen Spocks drang zu ihm vor. „Es tut mir leid“, flüsterte der alte Vulkanier, „aber ich musste das tun.“ Er nahm seine Hände von Spocks Armen und beobachtete, wie der jüngere Mann völlig bewegungslos stehenblieb. „Der Traum ist vorbei, mein Sohn. Es ist an der Zeit aufzuwachen“, suggerierte er ihm nach einer Weile. Das schwache Nicken von Spock war das erste Zeichen eines Sieges der Vernunft. Doch für Sarek war es einer der bittersten Siege, die er je errungen hatte. Er wandte sich beschämt ab und ging zur Tür.

 

ausgewählte Illustrationen:

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