tcai3Handlung:

Den Ausschluss aus der Sternenflotte kann Julie selbst nach über einem Jahr auf Vulkan nicht überwinden. Selbstzweifel und Hoffnungslosigkeit plagen sie. Doch in dem Moment, wo sie sich am Boden glaubt, wird sie von einem Fremden mit einer ungewöhnlichen Mission betraut. Eine temporale Macht hat die Zeitlinie geändert und es scheint, dass nur Julie in der Lage ist, das Problem zu lösen. Ihre Reise in die Vergangenheit führt sie in ein Vulkan vor der Föderationsgründung und bringt ihr einige unerwartete Begegnungen. Eine davon stellt sie auf eine besonders harte Probe, an der ihr Herz endgültig zu zerbrechen droht. Als sie in die Gegenwart zurückkehrt, glaubt sie die Aufgabe vollbracht zu haben. Doch die geheimnisvolle Macht gibt nicht auf. Plötzlich findet sich Julie selbst im Fokus der temporalen Veränderung und diesmal scheint es keinen Ausweg zu geben. Da bekommt sie Hilfe von einer Person, an die sie sehr lange Zeit nicht mehr gedacht hat.

T’Cai – Zeitlinien; 340 Seiten mit Illustrationen

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Kommentar zur E-Book-Fassung:

In dieser Geschichte geht es um Zeitreisen und temporale Phänomene. Dieses Mal war es der Star Trek Ableger „Enterprise“ der mich inspiriert hat. Auch dieses E-Book kommt mit selbstgezeichneten Illustrationen daher.

 

Textauszug T’Cai III – Zeitlinien Buch 1 „Seelenkinder“:

Skon wich zurück. Doch Julie blieb beim Anblick des Le-Matyas das Herz stehen. Sie erinnerte sich an ihre letzte Begegnung mit einem solchen Wesen. Damals jedoch hatte sie auf einem Pferd gesessen. Jetzt war ihr das Raubtier so nah, dass sie nur die Hand nach ihm ausstrecken brauchte. Und wieder waren es ihre mentalen Fähig­keiten, die ihr das Leben retteten. Wenn sie sich stark konzentrierte, so vermochte sie die Absichten des Tieres zu spüren. Auch diesmal. Aus einem Reflex heraus duckte sie sich und rollte nach vorn. Aus den Augenwinkeln sah sie die schlanke dunkle Gestalt über sich hinweg springen und befürchtete, dass Skon womöglich zu nahe hinter ihr gestanden hatte. Doch als sie wieder Boden unter den Füßen hatte, sah sie ihn am Rand der Lichtung. Zwischen ihnen beiden lauerte jetzt der Le-Matya. Sein Schwanz peitschte unruhig über den Grasboden und sein Kopf drehte sich zwischen seinen Opfern hin und her. Es schien, als schätze er ab, wer die leichtere Beute von ihnen beiden war. Schließ­lich richtete er seine glänzenden Reptilienaugen auf Julie. Sie erkannte bereits in sei­nem Blick, dass er sie diesmal nicht verfehlen würde. Er kam langsam auf sie zu, während sie immer weiter ins Dickicht zurückwich. Ein querstehen­der Ast brachte sie schließlich zu Fall.
War dies das Ende, fragte sie sich. Doch sie wollte nicht glauben, dass es keinen Weg gab, das Raubtier von ihr abzubringen.
Skon – wo war der Vulkanier? Er musste etwas tun, was den Le-Matya ablenkte. Doch sie sah ihn nicht. Vor ihr hockte die dunkle Gestalt der Bestie, von der sie jetzt nur noch die blitzenden Augen deutlich sehen konnte. Sie war auf sich allein gestellt. Sie musste selbst eine Lösung finden. Vielleicht konnten ihr ihre mentalen Fähigkeiten erneut weiterhelfen. Was sie nun tat, hatte sie noch nie zuvor versucht. Sie drang in den Geist des Tieres vor, spürte die Wildheit, die Gier zu töten und den Hunger.

Schmerz! Jeden Zentimeter, den sich der Le-Ma­tya ihr näherte, beantwortete sie mit Schmerz. Er knurrte und hob eine Pranke. Panik erfasste sie, doch sie war wie gelähmt, konnte sich nicht bewegen. Sie sah noch, wie die Zentimeter langen Klauen auf sie zuschossen, dann schloss sie die Augen und ergab sich ihrem Schicksal…

 

Textauszug T’Cai III – Zeitlinien Buch 2 „Wiederbegegnung“:

Ein warmer Wind strich über ihn hinweg und schien ihm etwas zuzuflüstern. Wie eine leise Stimme drang er an sein Ohr und säuselte. Er schloss die Augen, um sich besser darauf konzentrieren zu können. Es war weder rational noch logisch und doch stellte er sich vor, dass der Wind mit ihm kommunizierte. Jenes was der Wind ihm zu sagen schien, berührte ihn und ließ seine Züge entspannter wirken. Seine Hand tastete über den harten staubigen Boden auf dem er saß, nahm ein wenig Staub auf und barg ihn für Augenblicke in seiner Faust. Schließlich öffnete er die Augen, streckte die Hand von sich und ließ den Staub herausrieseln. Der Wind nahm  den Staub wie ein Geschenk an und trug ihn fort über die Wüste.
Es waren heute genau 27 Jahre vergangen, seit er hier gewesen war, um die Asche seiner Bindungspartnerin dem Wind zu übergeben. Und genauso wie damals schmerzte es ihn, zu sehen wie der Staub davongetragen wurde und sich über den Bergen und der Ebene verteilte. Wenn er konnte, so kam er einmal im Jahr an diesen Ort. Es war zu seinem ganz privaten Ritual geworden.
Sahra – war es wirklich schon so lang her, dass er sie verloren hatte? Die Trauer von Jahrzehnten sammelte sich in ihm und ließ ihn laut aufschreien. Er fühlte sich so hilflos und wütend. Warum hatte er ihren Tod nicht verhindern können?
Seine Schreie verstummten, als ihn seine emotionale Selbstkontrolle zur Ordnung rief. Mit einer Hand sammelte er erneut Staub vom Boden auf und ließ ihn durch die Finger gleiten. Auch wenn sein rationaler Verstand begriff, dass es eine sinnlose und unlogische Geste war, so war ihm doch, als könnte er sie dadurch berühren. Er unterdrückte die Logik in diesem besonderen Moment und ließ all die angestauten Emotionen herausfließen. Erst als ein Tropfen den staubigen Boden berührte und ein bizarres Muster bildete, erlangte seine Selbstkontrolle wieder die Oberhand. Es wurde Zeit für ihn zu gehen. Er erhob sich von der Stelle zwischen den beiden Felsnadeln und kehrte dem kleinen Plateau den Rücken.

 

ausgewählte Illustrationen:

TripReedJulie archer