SuraksErbenHandlung:

Ausgehend von der T’Cai Trilogie erzählt der Roman eine weitere Geschichte Julies auf Vulkan.
Der Planet befindet sich im Ausnahmezustand. Eine Splittergruppe der V’tosh-ka’tur, Vulkanier ohne Logik, lehnt Suraks Lehren ab, betreibt eine Planetenweite Agitation und stürzt so die Welt ins Chaos. Ihr Anführer Jolan ist ein gnadenloser und machtbesessener Tyrann, der nicht aufgibt und immer größere Teile der jungen Bevölkerung auf seine Seite zieht. Die vulkanische Regierung ersucht um Unterstützung ihrer Sicherheitskräfte durch die Sternenflotte, doch die Anschläge der V’tosh-ka’tur weiten sich aus. Die Syranniten ersinnen einen Plan um die Vulkanier ohne Logik zu stoppen, sie treten an Julie heran und bitten um Unterstützung, doch sie muss ablehnen, da Spock derweil auf Romulus als verschollen gilt. Auf der Suche nach ihrem Vater im Romulanischen Reich findet sie jemanden, der die Herrschaft von Chaos und Gewalt auf Vulkan beenden kann. Nicht jedoch, ohne dass sie selbst ein Opfer dafür bringen muss…

Suraks Erben; 621 Seiten mit Foto-Illustrationen

download PDF (FSK16)

PDF (FSK18 auf Anfrage)

 

Kommentar zur E-Book-Fassung:

In mehreren Handlungssträngen erzählt der Roman, wie unterschiedliche Figuren auf die Situation auf Vulkan reagieren. So entsteht ein Puzzle, das beide Seiten der Konfliktparteien beleuchtet und ganz nebenbei die unterdrückte Gefühlswelt der Vulkanier auf eine für Menschen nachvollziehbare Weise präsentiert. Neben Action und vielen Informationen rund um die Kultur der Vulkanier birgt der Roman auch eine erotische Liebesgeschichte und ist somit nur für Leser ab 18 Jahre geeignet. Dabei ist es nicht zwingend notwendig die T’Cai Trilogie zu kennen. 

 

Textauszug aus „Suraks Erben“:

Er strauchelte, fing sich aber gerade noch mit der Hand auf dem glatten felsigen Grund ab.
Seine Lungen brannten bei jedem Atemzug, er keuchte, rannte aber weiter auch wenn der Sauerstoffmangel in seinem Blut ihn der Erschöpfung immer näher brachte. Hinter sich hörte er schon die Schritte seines Verfolgers. Er musste schneller laufen, um ihm zu entkommen, doch es war ein ungleicher Wettkampf.
Der Mann vor dem er floh, war gut 100 Jahre jünger. Früher oder später würde er ihn eingeholt haben.
Er biss die Zähne zusammen, bis sein Kiefer zu schmerzen begann, doch er wurde nicht langsamer, denn er war sich sicher, das würde das Todesurteil für ihn bedeuten.
Das Gelände wurde zunehmend felsiger und unwägbarer. Steile Hänge wechselten mit kurzen flachen Geröllebenen. Er stöhnte, als sich seine Brust plötzlich schmerzhaft zusammenzog. Fast schon spürte er den Atem seines Verfolgers im Nacken. Er konnte nur noch weniger als einen Meter hinter ihm sein.
Ein kurzer Moment der Unkonzentriertheit und ein Fuß rutschte von einem Stein ab, der Knöchel gab unter der Überbelastung nach und er fiel mit einem dumpfen Krachen auf den Boden.
Das war es also! Mit letzter Kraft drehte er sich um, ignorierte dabei den schmerzenden Fuß, der wahrscheinlich gebrochen war. Er wollte seinem Gegner zumindest in die Augen sehen, wenn er starb.
Der Mann stand bereits über ihm, sein schulterlanges Haar war zerzaust und in der rechten Hand blitzte die Klinge einer Lirpa. „Hast du geglaubt, du würdest mir entkommen, Mesot?“ Spott drang aus der Stimme, in der keinerlei Erschöpfung auszumachen war.
„Jolan!“, keuchte der alte Mann, ein letzter Versuch das Unausweichliche abzuwenden. „Tu es nicht, ich bitte dich!“
„Verräter werden mit dem Tod bestraft. Ich habe diese Regeln nicht gemacht“, antwortete der Mann und beugte sich zu dem Alten hinunter.
„Gnade Jolan!“, flüsterte der alte Mann, „Gnade für deinen alten Mentor.“
„Das kann ich nicht tun. Nicht ohne selbst zum Verräter zu werden. Du warst derjenige, der mir diese Regeln beigebracht hat. Erinnerst du dich?“
Vor seinem geistigen Auge sah Mesot die Schar Kinder vor sich. Die erste Generation der neuen V’tosh-ka‘tur, die vollständig ohne die Beschränkungen von Suraks Lehren aufwuchs. Sie lachten, kämpften und liebten einander. Abseits jeder Zivilisation, irgendwo in den Weiten Han-Shirs, führten sie ein Leben wie vor Suraks Zeiten. Sie wuchsen zu stolzen Männern und Frauen heran; selbstbewusst und stark, aber auch zunehmend unkontrollierbar.
Als es in der Gemeinschaft den ersten Toten gab, tat er es noch als Unfall ab, doch die Gewalt nahm langsam und stetig zu, um schließlich eines Tages zu eskalieren. Mütter wurden von ihren Kindern erschlagen. Väter starben durch die Waffen ihrer Söhne. Schweren Herzens musste er einsehen, dass er einen Fehler begangen hatte. Womöglich war alles ein Irrtum, vielleicht hatte Surak recht gehabt. Nun, nicht alle waren so wie Jolan, aber er hatte sich zu ihrem Führer gemacht und wurde so zur tödlichen Gefahr für alle.
„Steh auf, Mesot und sieh dem Tod ins Auge!“ Jolan zerrte den alten Vulkanier auf die Füße.
„Es ist ein Fehler“, brachte Mesot unter Schmerzen hervor, „Gewalt und Tod sind keine Lösung.“
„Jetzt hör dich an, du klingst bereits wie Surak. Vielleicht begegnet dein Katra ihm im Jenseits, wenn ich dich jetzt töte. Dann könnt ihr zusammenhocken und von Logik und Frieden faseln, während ich das vulkanische Volk wieder zu dem mache, was es einmal war – eine Kriegsmacht.“
„Ich hoffe das gelingt dir nicht“, presste der alte Mann mühsam hervor.
„Ha!“ Jolan lachte und sein langes schwarzes Haar wallte dabei um seinen Kopf. „Wer? Sag mir, wer sollte mich aufhalten?! Vielleicht Surak selbst …“
„Die Logik mein Junge“, flüsterte Mesot, „die Logik ist eine schärfere Waffe, als du denkst.“
Der junge Vulkanier packte den Alten am Genick. „Halt den Mund, Alter und sieh ein letztes Mal hin!“ Die Hand mit der Lirpa deutete auf den glutroten Feuerball der sich langsam dem Horizont näherte.
40 Eridani A strahlte in diesem Sommer so heiß wie schon lange nicht mehr. Tief in sich drin hoffte der alte Mann, dass sie das, was er geschaffen hatte, mit ihrer Gluthitze verbrennen würde.
Als sich plötzlich die Klinge der Lirpa schmerzhaft in den Leib bohrte und er sah, wie sich sein smaragdfarbenes Blut über den Boden ergoss, hatte er nur noch Atemluft für ein einziges Wort: „Su-rak!“ – Doch sein Ruf war kaum mehr als ein Krächzen, das im Anblick der untergehenden Sonne über dem Land verhallte. Schließlich gaben seine Beine nach und er fiel auf die Knie. Mit geschlossenen Augen wartete Mesot auf den Moment der Erlösung durch den Tod.